Zum Nachdenken
Stellen Sie sich vor, Sie kommen nach einem harten Arbeitstag nachhause, freuen Sich auf Ihre Familie und verbringen noch ein paar Stunden zuhause und gehen um 22h friedlich ins Bett.
Um 23h laut und schrill "PIEP PIEP PIEP PIEP PIEP" der Funkwecker meldet sich rauscht kurz und dann hören Sie auch schon die Durchsage "Einsatz für die Freiwillige Feuerwehr Jettingen schwerer Verkehrsunfall mit zwei eingeklemmten Personen."
Während die Durchsage läuft, langsam Wach werden und sich dabei schnell anziehen und Autoschlüssel suchen und ab ins Gerätehaus, dort Einsatzkleidung schnappen wieder schnell anziehen und ab in ein Fahrzeug.
Ständig im Kopf die Gedanken "was erwartet uns", "kommen wir noch rechtzeitig?" "Ist es vielleicht gar nicht so schlimm", oder "gibt es vielleicht mehr Verletzte oder gar Tote?"
Im Kopf solche Bilder:

Gut das Feuerwehrfahrzeug ist voll und rückt aus. Blaulicht an, beim Verlassen des FW Hofes Martinshorn an (§38StVo), nicht etwa um die Bevölkerung zu wecken weil ja die Feuerwehr auch wach ist, sondern um Unfälle beim einfahren in Kreuzungen zu verhindern.
Natürlich denken Sie sich, was ist jetzt schon wieder passiert, oder hoffentlich kommen Sie noch rechtzeitig, aber am Wahrscheinlichsten ist "Warum müssen die Idioten Nachts um 23h mit Martinshorn die halbe Stadt aufwecken?".
Aber diese "Idioten" haben bis vor fünf Minuten auch noch friedlich in Ihrem Bett geschlafen, und auch diese "Idioten" müssen am nächsten Tag auch wieder zum Arbeiten.
Gut kaum ausgerückt, sind wir auch schon am
Einsatzort. Aussteigen, Aufstellen, der Gruppenführer oder Einsatzleiter
erkundet die Lage, kommt wieder und informiert die bereitstehende Mannschaft:
Verkehrsunfall mit zwei eingeklemmten, schwerverletzten Personen, Spreizer und
Rettungsschere zur Personenbefreiung vor. Beleuchtung aufbauen und
Brandsicherung durchführen.

Nach ca. 40-60 Minuten (je nach Kreislaufzustand) sind beide Schwerverletzten befreit und dem Rettungsdienst übergeben, aber jetzt ist die Arbeit für die Feuerwehr noch lang nicht beendet, jetzt beginnt die Aufräumarbeit, warten auf den Gutachter, Nachts die Einsatz ausleuchten für den Gutachter, Öl abbinden, Straße kehren,...!
Nach zwei Stunden kann man froh sein, wenn man wieder am Gerätehaus ist und "Betriebsende" melden kann.
Um ca. 1:45 Uhr sind Sie dann wieder daheim, und versuchen zu schlafen, aber das geht nicht so leicht, wenn Sie vor einer Stunde noch zwei dem Tode nahestehende Menschen aus ihrem PKW Wrack befreit hat, die vielleicht noch in Ihrem Alter sind, oder es sich gar um Kinder oder Jugendliche handelte.
Bedenken Sie Ihre Feuerwehr bzw. die Feuerwehrmänner/frauen sind alle ehrenamtlich tätig und bekommen für ihren Einsatz keinen Cent, außer vielleicht nach dem Einsatz was zum Trinken oder etwas zum Essen.
Daher schimpfen Sie nicht über die Feuerwehr unterstützen Sie uns! Werden Sie Mitglied!
Die Idioten vom Rettungsdienst - MyVideo