Bericht zur Generalversammlung 2008
Jettingen-Scheppach (pih). Bei der Generalversammlung der Stützpunktfeuerwehr Jettingen wurden Probleme thematisiert, die alle Wehren im Landkreis betreffen: die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr werden immer mehr, die Aktiven immer weniger. Weiter: Jährlich werden von den Kommandanten in ganz Bayern 350 000 Freiwilligen nach München gemeldeten. Davon sind allerdings nur ein gutes Drittel wirklich noch aktiv. Die Staatsregierung müsse mit den tatsächlichen Zahlen konfrontiert werden, um sie zum Handeln zu bewegen, sagte Kreisbrandinspektor Hubert Krimbacher. „Solange wir eine heile Welt nach außen tragen, wird es keine Lösung geben“, erklärte er in aller Deutlichkeit. Dass nach dem Willen der bayerischen Staatsregierung die Freiwilligen Feuerwehren in Zukunft auch mit Katastrophenschutzaufgaben in ganz Europa betraut werden sollen, verschärfe die Situation zusätzlich.
Keine Bauchpinselei, sondern deutliche Worte hatte Kreisbrandinspektor Hubert Krimbacher für die anwesenden Mitglieder parat. „Dass eine Stützpunktwehr mit sechs Leuten zu einer Alarmübung kommt, ist untragbar“, sagte er. Und fügte an, dass die Jettinger dabei sind ihren Charakter als Stützpunktwehr zu verlieren. Ebenso klar formulierte es Manfred Braun, 1. Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Jettingen. Es sei wenig übrig geblieben von der großen Gemeinschaft der Feuerwehr. Gegen den Personalmangel forderte er von Bürgermeister Hans Reichhart, die Bauhofmitarbeiter in der Stützpunktwehr zu verpflichten, um so bei Tageseinsätzen, die das Hauptproblem sind, genug Einsatzkräfte zu haben. Es müssten jetzt alle an einem Strang ziehen.
Bürgermeister Hans Reichhart wollte und konnte für diesen Abend keine Zusagen machen. Dies sei mit den Kommandanten der einzelnen Ortsteilwehren zu besprechen. „Die Öleinsätze werden schon seit Jahren von den Bauhofmitarbeitern geleistet“, zählte er eine schon vorhandene Entlastung auf. Er sehe keine Möglichkeit die Bauhofmitarbeiter, die in den Ortsteilwehren aktiv sind, in die Stützpunktwehr zu zwingen. Vielmehr stelle er sich vor, die Ortsteilwehren stärker einzubeziehen und die fehlende Mannstärke aus den Ortsteilen zu holen.
An dem Abend mit teils hitzigen und lautstarken Diskussionen ging die in 2007 vollbrachte Arbeit für das Gemeinwohl beinahe unter. So berichtete 1. Kommandant Bernhard Brand von insgesamt 1361 geleisteten Dienststunden. Die drei vollzogenen Ehrungen zeigten, dass es auch langjährig engagierte Mitglieder gibt: Holger Löchle wurde für 13 Jahre Schriftführertätigkeit geehrt. Josef Wengenmayer erhielt eine Urkunde und einen Krug als Dank für 25 Jahre als Kassierer. Jürgen Walburger wurde für 20 Jahre aktiven Dienst geehrt. Bei den anschließenden Wahlen wurde Daniela Bader zur neuen Schriftführerin gewählt und Josef Wengenmayer in dem Amt des Kassierers bestätigt. Als Revisoren sind weiterhin Richard Schmid und Hans Barsch tätig.
Zum Schluss überreichte Karl Ewald im Namen der Kirchenverwaltung Sankt Martin einen finanziellen Beitrag für die geleistete Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr Jettingen bei den alljährlichen Anlässen.
Die Jugendwehr
„Wir haben mit 10 Mitgliedern im Jahr 2007 angefangen und gehen mit acht Mitglieder ins Jahr 2008“, führte Jugendwart Martin Klotz in seinem Jahresbericht aus. Drei Freiwillige seien volljährig geworden und somit zu den Erwachsenen gewechselt, zwei Mitglieder habe er „verloren“, dafür drei Neue dazu gewonnen. Für 2008 will er weiter aktiv Jugendwerbung betreiben. Ebenso wird die Jugendwehr wieder an dem Wissenstest des Landkreises teilnehmen und ein Ortsteilzeltlager organisieren.
Geleistete Dienststunden:
Der Jahresbericht des 1. Kommandanten Bernhard Brand zeigte, wie vielfältig die Einsätze und Übungen der Stützpunktfeuerwehr Jettingen waren. Die insgesamt 1361 geleisteten Stunden verteilen sich wie folgt.
Brandsicherheitswachen: 70 Stunden
Brandeinsätze: 147 Stunden
Technische Hilfeleistungen: 295 Stunden
Absperrmaßnahmen: 255 Stunden
Übungen: 526 Stunden
Atemschutzübungen 68 Stunden