Knoten, Kuppeln, Kübelspritzen
Feuerwehr-Nachwuchs demonstriert bei Leistungsprüfung und Wissenstest sein Können
Aus der GZ vom 15.09.2003

Burgau

Der kleine Drachen „Grisu“, die Hauptfigur einer Zeichentrickserie, hat einen Traum: „Wenn ich einmal groß bin, werde ich Feuerwehrmann“, sagt er immer. Diesen Traum haben auch rund 300 Mädchen und Buben der Jugendfeuerwehren des Landkreises Günzburg. Sie absolvierten am Samstag in Burgau im Rahmen des „Kreisjugendfeuerwehrtages“ Leistungsprüfung und Wissenstest - zum großen Teil mit Erfolg.

Gelbe und orangene Feuerwehrhelme soweit das Auge reicht. Dieses Bild bietet sich den Besuchern des Kreisjugendfeuerwehrtages auf dem Gelände der freiwilligen Feuerwehr Burgau. Aus dem ganzen Landkreis waren die jungen Feuerwehrfrauen und -männer gekommen. Begrüßt werden die Mädchen und Buben aus 41 Jugendgruppen zunächst von Kreisbrandrat Robert Spiller. Er hält sein Versprechen und redet nur kurz: „Ich sehe, dass ihr heiß auf die Prüfungen seit.“ Auch Burgaus Bürgermeister Konrad Barm spricht den Floriansjüngern Mut zu: „Ich hoffe zwar, dass wir Euch in der Eigenschaft als Feuerwehrler nie in Anspruch nehmen müssen. Aber für die Gesellschaft ist Euer ehrenamtliches Engagement sehr viel wert.“ Als weitere Ehrengäste werden auch der stellvertretende Landrat Pantaleon Bauer und Bezirksjugendwart Andreas Land in Burgau begrüßt. Mit jedem Wort des Begrüßungsaktes steigt bei den Teilnehmern der Leistungsprüfung die Anspannung. Und so liegt es an Kreisjugendwart Willi Sauter, die Prüfungen zu eröffnen.

Geschicklichkeit und Know-how

Ein Hauch von Olympia liegt über dem Areal der Burgauer Feuerwehr. An zehn Stationen heißt es, das gelernte Feuerwehr-Wissen praktisch unter Beweis zu stellen - überwacht von 23 Schiedsrichtern und ihren Stoppuhren. Doch schon den ersten Eindrücken zu Folge zählt der olympische Gedanke „Dabei sein ist alles“ bei den Jugendlichen eher wenig. Da wird mit hochrotem Kopf die Schlauchkupplung gelegt und auch ab und an schon mal geflucht, wenn eine Aufgabe nicht nach den Vorstellungen des Prüflings läuft. Jeder ist gewillt, den Test zu bestehen.

„Anlegen des Mastwurfes“ lautet die erste Station. „Es handelt sich um einen Knoten um das Ende des Saugschlauches, um diesen wieder aus einem offenen Gewässer herauszuziehen“, erklärt Christian Heldt, stellvertretender Kreisjugendwart. Weitere Aufgaben, die auf die rund 170 Jungen und Mädchen warten, die an diesem Tag die praktische Leistungsprüfung ablegen: das Befestigen einer Leine am Strahlrohr, Anlegen eines Rettungsknotens, Auswerfen einer Leine und das Ausrollen eines C-Schlauches, wobei das C für die Größe des Schlauches steht und die mittlere Größe darstellt. Beim Kuppeln des Saugschlauches, einer weiteren Aufgabe, kommt es auf das Zusammenspiel der Prüflinge an, ebenso wie beim „Kübelspritzen“. „Wasser Marsch“ heißt es hier. Während einer der Floriansjünger mit einer Handpumpe für den Wasserfluss sorgt, versucht ein anderer, mit dem Wasserstrahl einen Eimer umzuspritzen.

Doch nicht nur Geschicklichkeit und Know-how sind bei den Prüfungen gefragt - es kommt auch auf Schnelligkeit an, beispielsweise beim 90-Meter-C-Schlauch-Kuppeln. Zu zweit gilt es 90 Meter im Eiltempo zurückzulegen, dabei aber nicht zu vergessen, sechs Schläuche korrekt aneinander zu kuppeln.

So mancher kommt spätestens bei dieser Aufgabe ins Schwitzen, während anderen bereits in den Schulbänken der Schweiß auf der Stirn steht. Auch theoretisch müssen die jungen Feuerwehrler ihr Können unter Beweis stellen. „Auf den Wissenstest kann man hinarbeiten. Es kommt hier auch besonders auf logisches Denken an“, sagt Heldt. Wer die Leistungsspange erwerben will, der muss sowohl allgemeine als auch feuerwehrspezifische Fragen beantworten. Welche Wassermenge beispielsweise liefert ein CM-Strahlrohr mit Mundstück? Wer gut gelernt hat, der wählt die Antwort: 100 Liter pro Minute.

Rund 270 Jugendliche absolvieren an diesem Tag zusätzlich noch den Wissenstest der Aktionswoche der Jugendfeuerwehren unter dem Motto „Brennen und Löschen“. Wirklich löschen müssen die Jugendlichen an diesem gelungenen Kreisjugendfeuerwehrtag aber nur den Durst - nach den anstrengenden Aufgaben.