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Bibertal-Kissendorf (ul).
Eine Hand voll Zivilisten unter 213 Uniformträgern - am Montag gingen sie in
der Kissendorfer Mehrzweckhalle unter. Die dunkelblau gekleideten Männer,
allesamt Kommandanten und deren Stellvertreter der Feuerwehren im Landkreis
Günzburg, hielten dort unter der Regie von Kreisbrandrat Robert Spiller und
Landrat Hubert Hafner Rückschau auf das vergangene Feuerwehrjahr - "auf ein
verhältnismäßig ruhiges Jahr", sagte Spiller und registrierte "ein paar
kleine Waldbrände". Er prophezeite für heuer Flächenbrände finanzieller Art,
setzt das Land Bayern den scharfen Sparkurs wie angekündigt um.
Als Hausherr schlug Bürgermeister Robert Strobel schrille Töne an, forderte
"gemeinsames Durchhalten" gegenüber den Münchner Einschnitten. Das seien
wahrlich keine schönen Aussichten für die Gemeinde Bibertal, wenn das Land
Bayern wie bei der Kleinteilebeschaffung jetzt statt einzelner Anträge für
die sieben Ortsteilfeuerwehren jährliche Pauschalen beim Kauf von Fahrzeugen
und beim Gerätehausbau auswerfe.
Stellvertretend für die 115 Freiwilligen Feuerwehren, die acht Werks- und
die eine Betriebsfeuerwehr mit insgesamt 4248 Aktiven nahmen die 225
Besucher in Kissendorf die Berichte von Landrat und Kreisbrandrat entgegen.
Beide kündigten schmerzliche Einbußen bei staatlichen Zuschüssen an. Spiller
bezifferte das Manko heuer auf 9,4 Prozent weniger Fördermittel in den
Kassen, "die dringend zur Beschaffung von Fahrzeugen und zum Bau von
Feuerwehrgerätehäusern benötigt wären". Wie der bayerische
Landesfeuerwehrverband und der Bayerische Gemeindetag protestierte die
Günzburger Vertretung energisch. Wenigstens "die Gelder aus der
Feuerschutzsteuer müssen in Zukunft ungeschmälert den Gemeinden für
Beschaffungen zur Verfügung stehen."
Ähnlich kritisch sah der Landrat in die Zukunft, betonte jedoch: "Der
Kreishaushalt schießt heuer 90000 Euro zu." Er tue das unter dem Aspekt der
Sicherheit und des beträchtlichen Engagements der Florianshelfer. Günzburg
wisse, dankte Hubert Hafner den Kommandanten, Mannschaften und Jugendwehren:
"Die Feuerwehren entwickeln sich von Jahr zu Jahr mehr zu einer
Universalwehr in Notlagen der Bürger, seien es Brände, Verkehrsunfälle oder
technische Hilfe aller Art."
Die Statistik von 2003 hielt 1441 Einsätze fest, aufgegliedert in
Brandeinsätze (248), Sicherheitswachdienste (206), Fehlalarme (165) und
Technische Hilfeleistungen (822). Die 12956 Feuerwehrfrauen und -männer
leisteten 24814 Einsatzstunden. Im Rückspiegel des Kreisbrandrats bekam die
Ausbildung großes Gewicht, und Spiller untermauerte das mit vor Ort
gehaltenen Lehrgängen für Atemschutzträger (71), Maschinisten (30),
Truppmänner (60), Einsatzleitung (35) und Abordnungen an die
Feuerwehrschulen (166). Wie wertvoll diese Ausbildung ist, belegten die 735
Leistungsabzeichen aller Art - das waren 249 mehr als im Jahr vorher.
Neue Fahrzeuge schafften Oberwaldbach, Kleinkötz, Günzburg, Burgau und
Krumbach-Hohenraunau an. Spillers Bericht landete bei der von Helmut Werdich
und Hans Malec gut organisierten, wertvollen Lehrfahrt nach Landshut sowie
den erholsamen Tagen im Feuerwehrheim Bayrisch Gmain, die Walter Honold
wieder einmal ausgezeichnet betreute.
Ausbildung bleibt auf der Tagesordnung des Feuerwehrnachwuchses, entnahm der
Saal dem Bericht des Jugendwarts Willi Sauter, der für 36 (von 74 örtlichen
Jugendgruppen mit 715 Mädchen und Buben) aus dem Kreisgebiet und für 140
Gruppen aus Schwaben am 26. Juni in Ettenbeuren das Schwäbische
Jugendwerk-Camp ausrichtet und zum Kreisjugendzeltlager in Niederraunau
einlädt.
Aus aktuellem Anlass zeigte Stephan Pawlitschko, welche Rechte und welche
Pflichten bei Fahrten mit Sondersignal bestehen. Kein Freibrief sei das für
Feuerwehr, Rotkreuz und Polizei, sagte der Polizeibeamte zu den Unfällen und
erläuterte die gesetzlichen Vorschriften für Blaulicht und Martinshorn.
Oberster Grundsatz: "Sicherheit geht vor Schnelligkeit", das gelte besonders
bei der auf Rot geschalteten Verkehrsampel, notfalls müsse das
Feuerwehrfahrzeug anhalten können.
Zweimal stellte die Kissendorfer Feuerwehr-Versammlung Führungsspitzen in
den Mittelpunkt. Anfangs meldeten sich die neuen (11) Kommandanten oder
Stellvertreter (16). Aus dem Verbreitungsgebiet der GZ waren das die
Führungen aus Günzburg, Ettenbeuren, Hochwang, Ichenhausen, Jettingen,
Kissendorf, Konzenberg, Limbach, Oberknöringen, Roßhaupten, Schnuttenbach,
Winterbach und AKW Gundremmingen. Im südlichen Landkreis waren es die Wehren
Behlingen, Lauterbach, Memmenhausen, Obergessertshausen und AKsys Werk
Krumbach. Anschließend ehrte der Kreisfeuerwehrverband besonders treue
Kommandanten (7) und bat sie, ihre Erfahrungen an nachrückende Kräfte weiter
zu geben.
Robert Spiller, als Kreisbrandrat und als Verbandsvorsitzender an vorderster
Stelle des Günzburger Brandschutzes, skizzierte im Telegrammstil die Arbeit
der Organisation. Dort ging es um die Notfallseelsorge, den "Tag der
Jugend", das Jubiläum "Zehn Jahre Kreisfeuerwehrverband Günzburg", ums
Kegelturnier und einen Empfang beim Bayerischen Innenminister. Vorsitzender
Spiller unterrichtete auch die Atemschutzträger zum Thema "Flash Over".
Wie in der Vorjahren öffnete Schatzmeister Wolfgang Härtl die Kasse, um zu
zeigen, wie haushälterisch der Feuerwehrverband mit Mitgliedsbeiträgen (19
400 Euro), Spenden (5 600 Euro) umging. Revisor Helmut Maier bestätigte dies
nach Durchsicht der 383 Buchungen.
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