Schwäbischer Jugendwettkampf in Ettenbeuren

 

Feuerwehr-Lehrlinge stellen sich Prüfung

Schwäbischer Leistungswettbewerb in Ettenbeuren

Kammeltal-Ettenbeuren (dm). Schläuche kuppeln, Knoten machen, eine Saugleitung erstellen: Was Feuerwehrleute
im Einsatz brauchen, will früh geübt sein. Diese Fertigkeiten lernen die „Feuerwehr- Lehrlinge“ im Alter von 14 bis 19
Jahren aber nicht nur für künftige Einsätze, sondern auch, um beim Schwäbischen Leistungswettbewerb sauber
abzuschneiden. Am diesjährigen Wettbewerb, der auf dem Ettenbeurer Sportplatz stattfand, nahmen 131 Gruppen aus 80
Orten Schwabens teil, davon 19 Gruppierungen aus dem Landkreis Günzburg, in dem 700 Jungfeuerwehrler vereinsmäßig
organisiert sind.

Auch stabile Knoten machen muss ein angehender Feuerwehrmann können. Deswegen stand diese Disziplin beim Schwäbischen Jugendfeuerwehrwettbewerb in Ettenbeuren auch auf dem Programm des praktischen Teils.

Der schwäbische Leistungswettbewerb für die Feuerwehrjugendgruppen wurde 1987 geschaffen. Es war damit möglich, den
Ausbildungsstandard der in der Feuerwehr integrierten Jugendlichen in einem Wettkampf zu dokumentieren und auszuzeichnen.
Der Wettkampf findet alle zwei Jahre in einem Landkreis in Schwaben statt. Eine Mannschaft besteht aus vier Jugendlichen im
Alter zwischen 14 und 19 Jahren.

Der theoretische Teil sieht die Beantwortung feuerwehrtechnischer Fragen vor. Im praktischen
Teil sind die erworbenen technischen Kenntnisse auf einem Parcours, in kürzester Zeit und möglichst fehlerfrei, unter Beweis zu
stellen. Neben einer Saugleitung, zu kuppeln nach Feuerwehrdienstvorschrift, müssen die „Feuerwehr-Lehrlinge“ unter anderem
einen Seilbeutel ins Ziel werfen, Schläuche auswerfen und zusammenkuppeln und Feuerwehrknoten fertigen. Die fachliche Beurteilung
oblag 40 Schiedsrichtern. Insgesamt waren rund 800 Personen, einschließlich Ersatzjugendlichen, Jugendwarten, Betreuern, Helfern und
Schiedsrichtern in Ettenbeuren dabei. Eine logistische Herausforderung für die Veranstalter, die bravourös bestanden wurde.
Nach Anmeldung der Teilnehmer und Einweisung der Schiedsrichter und Bahnenhelfer in ihre Aufgabengebiete marschierten am
Samstag gegen 9 Uhr die teilnehmenden Gruppen, unter den musikalischen Klängen des Fanfarenzuges Ichenhausen, auf dem
Sportplatzgelände ein. Im Rahmen der Eröffnung der „Olympiade“ mit Begrüßung der zahlreichen Ehrengäste durch Kreisbrandrat Robert
Spiller (Landkreis Günzburg) wurden auch Grußworte von MdL Alfred Sauter, Bürgermeister Christian-Konrad Wiesner als Hausherr
und Feuerwehr-Bezirksjugendwart Andreas Land (Memmingen) an die Teilnehmer übermittelt.

Bei sehr heißer Witterung galt es anschließend für die Prüflinge, die vorbereiteten Stationen zu meistern. Parallel dazu „quälten“ sich
andere Teilnehmer mit der Beantwortung der Fragebögen ab und schwitzten dort, trotz der Kühle des Raumes. Bis zur Siegerehrung,
demonstrierte die Polizeidiensthundestaffel Weißenhorn den Einsatz von Rauschgift-Spürhunden und Schutzhunden. Außerdem
gab es eine Bilderausstellung der Kreisjugendfeuerwehr, des Kreis- und Bezirksjugendrings sowie des THW zu sehen. Gegen 15 Uhr
gespannte Erwartung: die Siegerehrung stand unmittelbar bevor. Die ersten zehn Mannschaften wurden neben einer Urkunde zusätzlich
durch den Schirmherrn der Veranstaltung Landrat Hubert Hafner und MdB Dr. Georg Nüßlein mit einem Pokal ausgezeichnet.
Die Plätze  eins bis zehn belegten: Münster am Lech III, Buchloe 1, Münster am Lech II und I, Aislingen I, Sulzdorf I, Bronnen I, Weisingen I,
Möttingen I und Rain am Lech I. Für den Landkreis Günzburg qualifizierte sich als beste Mannschaft das Team Haldenwang I auf Platz 23,
das „Schlusslicht“ war die Mannschaft aus Nattenhausen. Landrat Hubert Hafner gratulierte allen Beteiligten und hob in seiner Ansprache
hervor, dass die Jugendlichen bei der Feuerwehr für das Leben lernen. „Der Einzelne allein kann wenig, aber ein gut funktionierendes Team
dagegen sehr viel erreichen“, so Hafner. Zusammenhalt und das aufeinander Abstimmen seien die wesentlichen Grundlagen für den Erfolg.
In der Feuerwehr gebe es keine „Action“, was für viele Jugendliche immer mehr im Vordergrund stehe. Hier lerne man, dass der Dienst am Nächsten zwar durchaus spannend und abwechslungsreich sein könne, aber nichts mit Abenteuer-Charakter zu tun habe.

Die Jettinger Mannschaft belegte den 95. Platz vor den Mannschaften aus Günzburg und Burgau.