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Bibertal-Bühl (it/bha).
Stell dir vor, es gibt eine Feuerwehr und keiner rückt aus. Vor dieser Frage
könnten in Zukunft die Freiwilligen Feuerwehren stehen, vor allem in den
kleinen Gemeinden. Grund: Nach dem alten Führerschein brauchte der Lenker
eines Feuerwehr-Fahrzeuges bis 7,5 Tonnen nur den normalen Pkw-Führerschein.
Nach dem neuen EU-Führerschein geht das jedoch nur bis 3,5 Tonnen.
Nachwuchsprobleme hinter dem Steuer zeichnen sich ab - und Kosten, die auf
die Gemeinden zukommen. Dies wiederum sorgte für einigen Wirbel in der
Kreisversammlung des Bayerischen Gemeindetages in Bibertal-Bühl.
Es gehe nicht an, so die Kritik der Landkreis-Bürgermeister, dass von Seiten
des Staates immer neue Vorschriften gemacht würden, welche die ohnehin immer
knapper werdenden Gemeindehaushalte belasteten.
Keine Sonderregelung
Doch der EU-Führerschein ist da und - so die Auskunft des heimischen
Bundestagsabgeordneten Dr. Georg Nüßlein - für die Feuerwehen werde es keine
Sonderregelung geben. Da die meisten Feuerwehrfahrzeuge über 3,5 Tonnen
schwer sind, heißt dies: Der Nachwuchs muss einen Lkw-Führerschein machen,
will er solche Fahrzeuge lenken.
Kreisbrandrat Robert Spiller stellte den Bürgermeistern Regelungen in
Nachbarlandkreisen vor. Dort bezuschussen Gemeinden den Lkw-Führerschein im
Rahmen der Feuerwehr-Tätigkeit mit 500 bis 750 Euro. Pro Führerschein wird
mit Gesamtkosten von 1500 bis 2000 Euro gerechnet. Teilweise sind die
Zuschüsse gekoppelt an eine zeitliche Bindung: Der junge Feuerwehrler muss
sich demnach verpflichten, sechs Jahre oder noch länger am Steuer eines
Feuerwehrfahrzeuges sitzen zu wollen. Steigt er früher aus, muss er einen
Teil des Zuschusses zurück zahlen.
Um eine finanzielle Spritze für den Lkw-Führerschein werden die Gemeinden
wohl nicht herum kommen, ist sich Spiller sicher, denn: Zum einen ist der
Feuerschutz Aufgabe der Gemeinde, zum anderen macht kein 18-jähriger
Feuerwehrler einen Führerschein, den er im späteren Leben wohl sehr selten
braucht - und zahlt ihn auch noch voll aus eigener Kasse.
Am ehesten werde, so Spiller, dieses Problem wohl auf die kleinen Wehren
zukommen. Sie sind ohnehin schon schwach besetzt: Die Landwirte auf dem
Dorf, welche noch die Genehmigung zum Lenken der Feuerwehr-Lkw haben, werden
immer weniger. Der Nachwuchs hinter dem Steuer werde also sehr bald fehlen.
So könnte es durchaus sein, dass bei einem Feuerwehralarm die teuren
Fahrzeuge in der Garage bleiben müssen.
Auch die größeren Wehren würden in einigen Jahren vor dem Nachwuchsproblem
stehen, ist sich Spiller sicher: "Die Einsatzbereitschaft muss aber sicher
gestellt werden. Und da werden die Gemeinden um Führerschein-Zuschüsse nicht
herum kommen."
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